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Dienstag, 7. April 2009 - 15:13 Uhr
Projekt Kampfsport für Kids


Wer ab und zu im Kinderkurs einer Taekwondo-Schule vorbeischaut, der sieht auch gleich, warum der koreanische Kampfsport bei den Kids - und vor allem auch bei deren Eltern - so beliebt ist. Mühen sich die kleinen Anfänger zu Beginn noch redlich mit den Grundtechniken und den Poomsae ab, ohne dem gewünschten Ergebnis so richtig nahe zu kommen, so zeigen sich nach relativ kurzer Zeit dann aber gewaltige Fortschritte und spätestens bei der ersten Prüfung zeigen die Kids passable Leistungen. Gerade die Poomsae schulen die Koordination und das Bewegungsgedächtnis. Beides ist nicht nur für viele Sportarten gut, sondern auch für das räumliche Vorstellungsvermögen. Dass zwischen körperlicher Bewegung und geistiger Entwicklung ein enger Zusammenhang besteht, ist heute gut belegt. So haben Kinder, die nicht rückwärts balancieren können, auch Schwierigkeiten mit dem Subtrahieren. Andere Beobachtungen zeigen, dass Kinder, die keine Überkreuzbewegungen schaffen, also beispielsweise mit der linken Hand den rechten Fuß berühren und umgekehrt, häufig auch Probleme mit dem Schreiben haben. Vor zwei Jahren sorgte eine Untersuchung der Universität Karlsruhe für Aufsehen: Die Forscher hatten festgestellt, dass ein Drittel der untersuchten 4- bis 17-Jährigen nicht in der Lage war, auf einem Balken zwei oder mehr Schritte rückwärts zu gehen. 86 Prozent schafften es nicht, eine Minute lang auf einem Bein zu stehen. Taekwondo-Kids hätten diese Statistik sicher angehoben, denn die motorischen Fähigkeiten werden beim Taekwondo hervorragend gefördert.

Teamgeist zählt

Viele Kinder, die in den ersten Taekwondo-Stunden bereits bei der Aufstellung zum Stundenbeginn Probleme haben einigermaßen konzentriert bei der Sache zu bleiben, bekommen das nach recht kurzer Zeit ganz gut hin. Nebenbei können die Kinder dabei verschiedene Erfahrungen machen. Zum Beispiel, dass eine Gruppe nur zusammen aktiv sein kann, wenn jeder sich an seinem Platz einordnet und manchmal auch unterordnet. Gleichzeitig sehen sie, dass sie vorankommen - auch im wörtlichen Sinne, bei der Gruppenaufstellung - wenn sie sich Mühe geben. Die Gürtelprüfungen und Turnierteilnahmen sorgen für echte Erfolgserlebnisse. Die Kinder spüren, dass Zielstrebigkeit belohnt wird und übertragen diese Erfahrung auf andere Lebensbereiche, vor allem auf die Schule. Eltern berichten immer wieder begeistert, dass sich die schulischen Leistungen ihrer Sprössling verbessert haben, seit sie ins Taekwondo-Training gehen. Andere stellen fest, dass ihre recht schüchternen Kinder durch Taekwondo selbstbewusster und umgekehrt, dass ihre ein wenig vorlauten Kids durch Taekwondo viel ruhiger geworden sind.

Niemals in der Opferrolle

Neben dem körperlichen Wohlbefinden und dem erzieherischen Nutzen haben viele Eltern beim Taekwondo aber auch einen ganz praktischen Aspekt im Auge: die Selbstverteidigung. Leider sind Gewalttätigkeiten vom Mobbing bis zur handfesten Schlägerei in vielen Schulen heute keine Ausnahme mehr. Gerade unsichere und schüchterne Kinder sind die Opfer. Beim einen Kind ist gemobbt werden nur eine schlechte Phase, beim anderen wird die gesamte Kindheit und Jugend überschattet, mit weitreichenden und schwer einschätzbaren Folgen. Kinder, die durch das Wissen "ich kann Taekwondo" eine selbstbewusste Ausstrahlung haben, werden seltener Opfer und können sich im Fall der Fälle auch zur Wehr setzen. Viele Schulen und Vereine haben den Bedarf bei ihren kleinen Mitgliedern erkannt und bieten spezielle Einheiten zur Selbstverteidigung an, die neben Techniken auch theoretisches Wissen vermitteln. So wird zum Beispiel geübt, eine Gefahrensituation richtig einzuschätzen, auch verbal zum Gegenangriff überzugehen oder schlicht im richtigen Moment "Nein" zu sagen. Schließlich ist Taekwondo - im Vergleich zu Fußball oder Turnen - immer noch ein wenig exotisch. Die Kinder beginnen meist von ganz allein, sich für die Herkunft des Sports zu interessieren. Sie fragen nach, erfahren einiges über den Alltag und das Leben in Korea und bekommen so eine Vorstellung von der fernen Kultur. Oft erwacht der Wunsch, das Ursprungsland des Sports auch einmal zu sehen.

Dienstag, 7. April 2009 - 15:09 Uhr
Warum wir im Dobok trainieren?

Barfuss und mit bunten Gürteln:

Warum wir im Dobok trainieren?

Natürlich ist ein Training in europäischer Sportkleidung denkbar und möglich. Dennoch ist der Dobok bis heute ein Markenzeichen des Taekwondo geblieben. Wieso eigentlich?

"Jedoch gehört zum äußeren Bild einer vor¬bildlichen Technik auch der Karate-Anzug", schrieb einst Wolf-Dieter Wichmann in seinem Lehrbuch "richtig karate 1". Um anzumerken: "Außerdem entsteht der Schnapp¬laut einer gut arretierten Technik nur in den weiten Baumwollanzügen!" Was Wichmann über Karate feststellt, gilt auch für Taekwon¬do. Doch wie kam es überhaupt zu diesen einheitlichen Kampfanzügen? Wo doch alte Fotos darauf hindeuten, dass Karate und Okinawa-Te, aber auch Taekyon - einer der Vorläufer des Taekwondo - früher durchaus in Alltagskleidung trainiert wurden? Tatsächlich gehen die einheitlichen Anzüge und ein Graduierungssystem, das durch unterschiedliche Gürtelfarben gekennzeichnet ist, vor allem auf Gichin Funakoshi, den "Vater" des modernen Karate zurück, der hier - über den eigenen "Tellerrand" blickend - zudem Ideen von Kano' s Judo-Klassen übernahm.
Der Stoff, aus dem Karate- und Taekwondo¬-Anzüge gefertigt wurden, war zunächst reines Baumwollgewebe. Erst die modernen Kickbox-Gis wurden auch aus Synthetikmaterialien hergestellt. Heute findet man zudem Anzüge, die aus einem Mischgewebe fabriziert wurden.
Neben der weiten Hose, bei der ein Schnür¬oder moderner Elastikbund für den sicheren Sitz sorgt, besteht der Dobok bekanntlich aus einer weit geschnittenen, verschlusslasen Jacke, die von einem robusten Stoffgürtel, der vor dem Bauch verknotet wird (üblich ist beim Arnis oder Kung-Fu dagegen ein Knoten an der rechten Hüfte!), zusam¬men gehalten wird.
Als Dobok kann entweder die traditionelle Jacke oder ein Oberteil mit V-Ausschnitt getragen werden. Diese Schlupf jacke wurde 1970 eingeführt, weil sie auch bei Sprüngen
und Drehungen sicher sitzt und sich nicht so schnell lockert, wie eine traditionelle Jacke. Bei vielen Vereinen hat sich diese Schlupf jacke heute durchgesetzt, während Traditionalisten und die Hapkido-Szene eher den herkömmlichen Schnitt bevorzugen.
Im Allgemeinen tragen Männer zum Dobok lediglich eine Unterhose, Frauen und Mädchen zusätzlich ein T-Shirt oder einen SportBH. Die Füße bleiben unbekleidet, was durchaus der alten Tradition entspricht: Da früher häufig privat in Gärten und Häusern (die ohnehin nur mit bloßen Füßen betreten wurden) geübt wurde, darf man annehmen, dass von Anfang an barfuss trainiert wurde. So zeigen es auch viele historische Aufnahmen, selbst wenn die Trainierenden ansonsten Alltagskleidung anhaben. Natürlich wird durch das Training mit nackten Füßen - neben dem Gesundheitsgedanken - auch das Verletzungsrisiko minimiert.
Die Farbe des Doboks oder Gis ist traditionell weiß. Einige Stilrichtungen und Verbände verwenden stattdessen schwarze Anzüge. Im Karate gibt es (wenn auch selten) zudem Kombinationen aus weißer Hose und schwarzer Jacke, während bei einigen Hap¬kido-Stilen die Meister eine schwarze Hose zur weißen Jacke tragen und die Schüler schlicht weiße Anzüge anhaben. Apropos "schlicht": Ein Dobok soll weder teuer noch luxuriös sein. Der Trainingsanzug ist auch keine wandelnde "Reklamesäule", weswegen allzu viele Aufnäher (ein einfaches Verbands- und/ oder Vereinslogo ist natürlich völlig okay!) bei vielen Trainern verpönt sind.
Natürlich soll das einheitliche Outfit, das gerade in Amerika und dem englisch-sprachigen Raum häufig als Taekwondo-"Uniform" bezeichnet wird, das Zusammengehörigkeitsgefühl steigern. Im übertragenen Sinn symbolisiert die einfache und zweckmäßige Kleidung, dass sich alle Übenden unabhängig von ihrem Beruf und ihrer sozialen Stellung - während des Trainings den Regeln und der Etikette des Taekwondo "unterwerfen".
Ein weiterer Erklärungsversuch geht auf jene Tatsache zurück, dass die Gründer der Kampfkünste oftmals Militär- oder Polizeiangehörige waren und innerhalb der Truppe eine Uniform, ein einheitliches Äußeres, gewohnt waren. Etwas, was sie dann auch für ihre Kurse und Kampfkunst-Klassen übernahmen.

Auch um den berühmten Schwarzgurt ranken sich natürlich zahllose Gerüchte und Legenden. Angeblich trugen früher alle Schüler und auch die Lehrer einen gleich¬farbigen Gurt. Da jedoch häufig im Freien - auf Feldern und in Wäldern - trainiert wurde, wurden die Gürtel derjenigen, die besonders häufig trainierten, immer dunkler, während die der "faulen" Schüler schön sauber und hell blieben - der Weiß- und Schwarzgurt waren geboren!
Wobei sich, was die Gurtfarben und Graduierungen angeht, ohnehin kein einheitliches Schema durchsetzen konnte. So gilt bei einigen vietnamesischen Stilen Weiß als
jene Farbe, die allein den Großmeistern vorbehalten bleibt. Zudem verwendet man im Karate braune Gürtel statt unserer Rotgurte. Ab dem 6. Dan sind hier zudem rot¬weiße Gürtel üblich, während die höchsten Danträger (9. und 10. Dan) rote Gürtel anhaben. Generell sollten wir uns auf stil¬offenen Seminaren, was die Gurtfarben angeht, also sehr vorsehen und auch niemals allzu großspurig gegenüber Gelbgurten auftreten. Denn im vietnamesischen Vietvodao wurde zum Teil der Schwarzgurt durch einen gelben Gürtel ersetzt. Wir könnten also einen Meister dieser Kampfkunst vor uns haben.

Dienstag, 7. April 2009 - 15:04 Uhr
Gehrinjogging - Fitness für die grauen Zellen


Sport ist gut für Körper und Geist. Wir wissen heute, dass vor allem bei Kindern Bewegung wichtig ist für die geistige Entwicklung.


Aber auch bei Erwachsenen gilt:

Sport ist gut für den Kopf. Schon in den 60er Jahren stellten Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln fest, dass körperli¬ches Training Einfluss auf die Gehirnfunkti¬on hat. Das Gehirn wird besser durchblutet und mit dem Blut gelangen verstärkt Wachs¬tumsfaktoren in die Nervenzellen. Gleich¬zeitig erhöht sich die Anzahl der Synapsen, also der Verbindungen der Nervenzellen untereinander, die eine Voraussetzung für Erlernen und Gedächtnisleistung sind. Sport macht also schlau - eine gewisse Veranlagung immer vorausgesetzt. Wer noch mehr für sein Hirn tun möchte, be¬treibt neben Taekwondo regelmäßig Ge¬hirnjogging. Das Gute dabei: Gehirnjogging braucht wenig Zeit und lässt sich problem¬los im Alltag integrieren.


Hier folgende Tipps, um die Denkzentrale auf Trab zu bringen:

- Routine ist Gift für das Gehirn, weil es nichts Neues leisten muss. Neue Eindrücke fördern hingegen die Entstehung neuer Nervenverbindungen im Kopf. Einfach die Zähne mal nicht mit der dominanten Hand, sondern mit der anderen Hand putzen. Rechtshänder also mit links und umge¬kehrt. Ganz bewusst einen völlig neuen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen als sonst. Auch mal ein anderes Treppen¬haus oder einen anderen Lift wählen, um ins Büro zu kommen. Mittags nicht wie gewohnt in die Kantine gehen, sondern stattdessen einen kleinen Spaziergang mit Zwischenstopp an einem Imbiss machen.

- Kleine Denkspiele machen. Schon zehn Minuten am Tag reichen. So kann man zum Beispiel ein zusammengesetztes Wort wie Sommerschlussverkauf nehmen und dar¬aus neue Worte bilden. Dabei darf man nur die Buchstaben benutzen, die schon im Wort stecken - wie komm, es, so, kauf und so weiter. Auch Kreuzworträtsel lösen, Sudoku-Grübeln sowie Karten- und Gesell¬schaftsspiele wie Memory oder Tabu regen Denkprozesse an.

- Nicht nur gezielte Denkübungen halten den Geist in Schwung, sondern vor allem auch das persönliche Umfeld. Der Aus¬tausch mit anderen hält lebendig und regt zum Nachdenken an. Kommunizieren und Probleme lösen, die im Alltag wichtig sind, trainieren das Gehirn am besten.

Dienstag, 7. April 2009 - 15:02 Uhr
Selbstverteidigung

Selbstverteidigung

Einführung

Was ist Selbstverteidigung? - Nun natürlich die Verteidigung meiner selbst, im Fall physischer aber auch psychischer Angriffe. Und nicht nur die Verteidigung meiner eigenen Person fällt darunter, sondern auch die einer anderen - wozu ich im Übrigen verpflichtet bin.

Auf jeden Fall passiert Selbstverteidigung in einer Grenzsituation. Gerade deshalb bedarf es viel Übung und auch Überwindung entsprechende Techniken im Ernstfall anwenden zu können. Es ist durchaus etwas anderes, Fußtritte und Schläge tatsächlich auszuführen und nicht, wie teilweise im Training, immer in die Luft zu schlagen. Auch jemanden im Ernstfall anzuschreien (der Kampfschrei - auch dazu später mehr), ist sicher nicht so einfach. Das will alles gelernt und natürlich auch ausprobiert, eben geübt sein. Und auch die Techniken mal am eigenen Leib zu spüren ist wichtig, um letztlich deren Wirksamkeit einschätzen zu können.

Die folgenden Seiten sollen einen theoretischen Einblick in das Thema Selbstverteidigung geben Vor allem aber sollen sie zeigen, dass Selbstverteidigung weit mehr ist als das Beherrschen von Techniken. Vor allem hat Selbstverteidigung etwas mit dem Kopf zu tun. Der potentielle Angreifer wird uns nur angreifen, wenn er das Gefühl hat, dass er der Stärkere ist - das er Macht über uns ausüben kann und wir für ihn ein Opfer sind.

Wir zeigen - meistens unbewusst - unserer Umwelt ständig in welcher Verfassung wir uns gerade befinden. Geht jemand mit gesenktem Kopf und verschränkten Armen hastig durch die Dunkelheit, so ist dies für einen potentiellen Angreifer ein fast sicheres Zeichen für dessen Angreifbarkeit. Müsste er sich entscheiden zwischen ihm und einem mit festen Schritten und aufrecht gehenden Menschen, er würde ziemlich sicher sich für den Hastigen entscheiden und diesen angreifen. Mehr dazu unter Prävention

Einen 100%-en Schutz vor einem Angriff kann natürlich auch das Erlernen eines Selbstverteidigungsystems nicht geben. Es kann nur das Risiko minimieren überhaupt angegriffen zu werden, denn im Laufe dieses Lernprozesses lernen wir auch, uns bewusster, selbstbewusster und aufmerksamer in der Umwelt zu bewegen. Und sollte es trotz aller Vorsicht doch zu einem Angriff kommen, so steigert es natürlich unsere Chancen erheblich, diesen einigermaßen unbeschadet zu überstehen



Selbstverteidigung für Frauen

Traurige Statistik

Es kommt leider immer wieder vor, dass Frauen und Mädchen belästigt, bedroht, überfallen oder im schlimmsten Fall vergewaltigt werden. Zehntausende von ihnen sind jährlich immer wieder Opfer von derartigen Gewalttaten. Allein im Jahr 2005 wurden in Deutschland, der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge, 7.874 Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung. Und dies stellt nur die polizeilich registrierten Fälle dar – heißt; die Fälle die zur Anzeige kamen. Allerdings, geht man von Expertenmeinungen und Opferverbänden wie dem Weißen Ring e.V. aus, liegt die Dunkelziffer bei dem 10 bis 20-fachen. Das bedeutet, man geht davon aus, dass in Deutschland ca. alle 3 Minuten eine Frau oder ein Mädchen Opfer von schwerer sexueller Gewalt wird.

Auch kann jede Frau und jedes Mädchen Opfer einer derartigen Gewalttat sein – soziale Herkunft, Alter, Aussehen, Kleidung, Nationalität oder Religion spielen überhaupt keine Rolle.

Und es kann überall und zu jeder Tageszeit passieren – auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Schule. Vergewaltigungen z.B. passieren nicht – wie oft angenommen – in erster Linie in dunkler Nacht und an unheimlichen Orten. Nicht der dunkle Park, die einsame Straße oder die verlassene Tiefgarage sind die überwiegenden Tatorte – es sind die Orte wo man sich vermeintlich am sichersten fühlt: die Wohnung, der Arbeitsplatz, das Auto etc. – heißt das gewohnte Umfeld.

Die Täter

Die Täter sind ganz „normale Menschen“, und es sind sowohl Männer als auch Frauen. Allerdings sind die weit überwiegende Mehrheit der Täter – nämlich 99 Prozent – männlich. Und wie auch schon im Bezug auf den Ort des Verbrechens, gibt es einen weit verbreiteten Irrtum was die Täter betrifft. Es ist eben nicht der „große Unbekannte“! Der weit überwiegende Teil der Täter kommt aus dem verwandtschaftlichen Umfeld und aus dem Bekanntenkreis. Rund 60 Prozent der Täter kommen aus dem näheren sozialen Umfeld der Opfer.

Sich wehren - Ja oder Nein?

Noch vor nicht allzu langer Zeit herrschte die weitläufige Meinung vor, dass man sich – um Schlimmeres zu verhindern – sich im Fall einer versuchten Vergewaltigung besser nicht wehren sollte. Wie man heute weiß, ist es genau der falsche Rat.

Sie sollten sich unbedingt und mit aller Macht wehren!!!

Dies belegt auch eine polizeiinterne Untersuchung der Polizeidirektion Hannover zum Gegenwehrverhalten bei Sexualstraftaten zwischen den Jahren 1991 und 1994. Untersucht wurden hier 522 Fälle mit folgenden Ergebnissen:

Keine Gegenwehr – leisteten 175 Frauen (= 33%): Die Täter erreichten in 74 % der Fälle ihr Ziel und in 26 % der Fälle ließen sie vom Opfer ab (z.B. weil zufällig unbekannte Dritte dazu kamen)

Leichte Gegenwehr – leisteten 207 Frauen (= 40%): Die Täter erreichten in nur 36 % der Fälle ihr Ziel und in 132 Fällen (= 64%) ließen sie vom Opfer wegen erfolgter Gegenwehr oder anderer äußerer Umstände ab.

Massive Gegenwehr – leisteten 140 (=27%) der Frauen. In nur 15% der Fälle wurde die Tat dennoch vollendet. Bei 84 % der Fälle führte die Gegenwehr zum Abbruch der Tat. Wenn man bedenkt, dass in dieser Untersuchung schon das einmalige Schlagen oder Treten, lautes Schreien oder Kratzen und Beißen als massive Gegenwehr gewertet wurde, sind dies ermutigende Zahlen. Erwähnt sei auch noch, dass in zwei der Fälle die Gegenwehr der Frau ein noch gewalttätigeres Vorgehen des Täters nach sich zog. Als daraufhin sich die Gegenwehr der Frau wiederum verstärkte, wurde in beiden Fällen die Tat nicht vollendet. Und noch ein Letztes zu dieser Untersuchung. In einem der Fälle war die Angegriffene eine Kampfsportlerin. Sie setzte entsprechende Techniken ein und konnte damit den Angriff abwehren.

Diese Zahlen bestätigen, was Experten und Kriminologen schon lange vermuten. Und eine Abbruchquote von 84 % (!) bei massiven Gegenwehrverhalten spricht sicher für sich. Warum hat man nun früher den Frauen geraten sich besser nicht zu wehren? Mit ein Grund war die Meinung, dass das Risiko einer Eskalation der Situation, und damit die Gefahr einer noch schwereren Verletzung (?), unkalkulierbar für die Frau war. Fest steht jedoch eins; die entsprechende Opferforschung konnte nie einen direkten Zusammenhang zwischen verstärkter Gegenwehr und zwangsläufig größeren Verletzungen herstellen. Und natürlich ist eine Eskalation auch dann möglich, wenn gar keine Gegenwehr ergriffen wird. Eine Garantie dafür, dass bei Gegenwehr der Täter zurückzieht, kann natürlich keiner geben – aber die Wahrscheinlichkeit ist ungleich höher im Gegensatz zur ausbleibenden Gegenwehr.

Verteidigen - aber wie?

Gibt es eine ultimative Selbstverteidigung - die Budosportart für Frauen? Eher nicht! Die „Beste Kampfkunst“ gibt es nicht – weder für Frauen noch für Männer. Stehen sich zwei Kickboxer gegenüber – so kennt natürlich der eine die Tricks des anderen. Auch hat das eine System seine Vorteile im Stehen und das andere die seinen am Boden. Des Weiteren gibt es auch einfach physische Grenzen des Einzelnen. Nicht jeder kann eben ein guter Judoka werden. So ist es auch immer sehr individuell zu sehen. Zu meinen, dass ein Kampfkunstsystem nun das für Frauen am besten geeignete wäre ist da sicher fraglich.

Jedes Kampfkunstsystem hat gute und effektive Techniken der Selbstverteidigung. Insofern ist ein System was Techniken aus mehreren Kampfkünsten in sich vereint – wie das Allkampf-Jitsu – sicher mehr geeignet als ein System welches sich auf nur seine eigenen Techniken verlässt. Es ist auch so, dass nicht jede Technik bei jedem durchführbar ist. D.h. je vielseitiger ich in meiner Wahl der Techniken bin, desto größer ist natürlich auch die Erfolgschance.

Selbstverteidigungskurs?

Alle Systeme haben jedoch eines gemeinsam: In jedem Fall ist ein ständiges Training notwendig. Ein Selbstverteidigungskurs ist da natürlich der ideale Rahmen. Allerdings nur, wenn es ein ständig laufender Kurs ist. Nur das ständige Üben versetzt mich in die Lage, im entscheidenden Moment auch richtig zu reagieren. Der Körper „weiß“ dann instinktiv, wie er reagieren soll. Ein Wochenendkurs ist da nur stark eingeschränkt sinnvoll – er kann allenfalls als Einstieg und zur Information dienen. Auch Bücher zu diesem Thema sind sicher gut um sich zu informieren, ersetzen aber in keinem Fall ein effektives Training.

Noch ein Wort zu diversen Selbstverteidigungsmitteln. Der Markt mit solchen Dingen ist voll. Reizgas, Pfefferspray, Elektroschocker und andere Dinge. Eines darf man nie vergessen – diese und andere Mittel können, werden sie mir vom Angreifer abgenommen, auch sehr schnell gegen mich selber gerichtet werden. Abgesehen davon, dass viele dieser Dinge gar nicht erlaubt sind, hat man sie im Ernstfall wohl gar nicht schnell genug in der Hand. Außerdem bedarf die Bedienung ebenfalls einiger Übung. Dann kann man auch gleich etwas Richtiges üben. Ein gezielter Tritt, Schlag oder Griff ist da sicher effektiver



Selbstverteidigung und Kinder

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat in unserer Gesellschaft leider viele Gesichter. Oft nehmen wir sie nicht wahr, verdrängen sie oder spielen sie herunter. Gewalt ist und bleibt aber ein sehr ernstes Thema mit dem wir uns gemeinsam beschäftigen müssen. Nur so können wir eine möglichst Gewaltfreie Umgebung für unsere Kinder schaffen.

Was ist Gewalt?

Die absichtliche und zielgerichtete Schädigung von Personen oder Beschädigung von Sachen bezeichnet man als Gewalt. Bezüglich der Schädigung von Personen bezieht sich die Gewalt dabei nicht nur auf die Physische Ausübung – es ist auch die psychische Ausübung von Gewalt, der die Kinder heute ebenfalls immer öfter ausgesetzt sind. Gerade gleichaltrige Kinder und Jugendliche streiten sich relativ oft und so gehört Mobbing und Bullying mehr oder weniger zum Schulalltag. Das muss aber nicht sein! Auch gewaltverherrlichende Spiele, im Fernsehen schon am Morgen die Filme und Trickfilme voller Gewalt und billige Serien etc. gehören zum Alltag.

Kinder und Selbstverteidigung

Das Ausbrechen von Gewalt geschieht und entsteht nicht einfach so und ohne Grund. Sie ist das Ergebnis eines Entstehungsprozesses der aus dem jeweiligen Umfeld, der sozialen Situation oder der individuellen Persönlichkeitsentwicklung resultiert. Letztlich ist Gewalt nichts anderes als der Ausbruch von Aggressionen, hervorgerufen durch Frustration. Diese Frustrationen wiederum haben ihre Ursachen vorrangig in Negativerfahrungen wie z.B. Beleidigungen, Demütigungen und Enttäuschungen etc. Und so ist es dann nicht verwunderlich, wenn ein von seinen Mitschülern ständig gemiedenes und gehänseltes Kind seine Bestätigung in Gewaltausbrüchen sucht. Insofern kommt, spricht man von der Selbstverteidigung im Zusammenhang mit Kindern, der Prävention eine wichtige – wenn nicht gar die wichtigste – Rolle zu (Mehr dazu in: Prävention). Denn auch mit seinen physischen Voraussetzungen ist ein Kind bis zu einem bestimmten Alter eher nicht oder schlecht in der Lage, sich effektiv gegen einen Angriff zu wehren. Und was gegen ein gleichaltriges Kind noch funktionieren mag, ist gegen einen Erwachsenen dann fasst schon unmöglich. Erst ab ca. 12 Jahren sind Kinder und Jugendliche physisch soweit, dass sie sich auch gegen Erwachsene erfolgreich zur Wehr setzen können.

Ab diesem Alter gilt dann was für jeden gilt: Eine Selbstverteidigung ganz speziell nur für ein Geschlecht oder eine Altersgruppe gibt es nicht. Das gilt für Männer, Frauen und natürlich auch Kinder gleichermaßen.

Nichts desto trotz ist es gut, die Kinder so früh wie möglich mit Selbstverteidigung in Berührung zu bringen – sei es nur aus sportlichen Beweggründen heraus. Und je früher ein Kind sich zu wehren weiß, desto besser. Sicher, ein jetzt 4-jähriges Kind ist nach zwei Jahren Training nicht unbedingt in der Lage sich physisch gegen einen Erwachsenen durchzusetzen – noch nicht. Aber es ist eben nicht nur die physische sondern auch die psychische Entwicklung die ein Kind im Sport nimmt. Schon das laute Schreien um Hilfe will gelernt und geübt sein. Und nach 5 bis 6 Jahren Training hat dann das mittlerweile 10-jährige Kind eher Chancen einem Angriff, selbst wenn der durch einen Erwachsene ausgeübt wird, zu entkommen



Prävention

Wie kommt es zu Gewalt?

In jedem Fall hat das Entstehen von Gewalt immer Gründe. Sie entsteht nicht einfach so. Auch sieht man es dem potentiellen Täter in den meisten Fällen nicht an, dass er etwas im Schilde führt. Und gerade bei Jugendlichen hat das Gewaltverhalten sich in den vergangenen Jahren stark verändert und auch zugenommen. Die Gründe für den Ausbruch dieser Aggressionen – nichts anderes ist Gewalt – sind sicher vielschichtig. Es hängt aber wohl auch mit dem Wandel unserer Gesellschaft und mit deren Schnelllebigkeit zusammen. Werte, die früher über Generationen Bestand hatten, kommen heute ständig aufs Neue auf den Prüfstand. Das tägliche Leben scheint nicht mehr so stabil wie früher. Insbesondere auch die Heranwachsenden merken, dass sie hart kämpfen müssen um z.B. einen Ausbildungsplatz zu bekommen – ein Kampf, dem nicht jeder gewachsen ist. Zumal der gute Schulabschluss allein, oft nicht mehr auszureichen scheint. Auch die Erwachsenen sehen sich zunehmend von existenziellen Sorgen bedroht.

Ein weiteres Problem ist wohl auch, dass sich unsere Wohn- und Lebensbedingungen grundsätzlich ändern. Die immer weniger werdende Anzahl von Angeboten zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung speziell auch in den Großstädten zum Beispiel. Allein die Möglichkeit mal schnell zum Spielen mit seinen Freunden auf den nächsten Spielplatz zu gehen, stellt sich für die Kinder als Problem dar. Denn – hier warten die Gefahren einer Stadt: Straßen, Autos und eben die Gewalt. Die Verlockung ist groß, sich einfach nur vor die Glotze oder das Computerspiel zu setzen. Leider gehören in diesen Medien die sinnlosen Serien, die Gewaltfilme schon im Trickfilmformat oder die gewaltverherrlichenden Computerspiele zum medialen Alltag. Diese Informationen verarbeiten Kinder und Jugendliche jedoch anders als Erwachsene. Spiel und Realität rücken immer näher zusammen und die Grenzen drohen zu verwischen. Und so scheint es dann fast schon legitim zu sein, seine Probleme durch Gewalt „zu lösen“.

An dieser Stelle anzusetzen, eben besonders auch den Heranwachsenden die Möglichkeit zu geben, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und dabei auch Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens zu vermitteln, gehört zu den wichtigsten Anliegen des DEUTSCHEN ALLKAMPF BUND E.V..

Was sind Gefahren? Woher weiß man eigentlich, dass eine Situation gefährlich sein könnte?

Nun - Die Antwort liegt in unseren Gefühlen. Jeder kennt sicher aus dem persönlichen Erleben, dass es Situationen gibt, in denen man sich nicht sonderlich wohl fühlt – eben ein mulmiges Gefühl hat. In solchen Situationen werden wir automatisch sensibler für unsere Umwelt. Wir registrieren Geräusche und Bewegungen, welche wir unter normalen Umständen nicht wahrnehmen – und wenn – dann auf jeden Fall ignorieren würden. Unser Unterbewusstsein nimmt aber Gefahren viel schneller wahr als unser Verstand. Verantwortlich für die Registrierung und Verarbeitung unserer Gefühle und somit auch die Registrierung eventueller Gefahren in unserem Gehirn ist das Limbische System. Ist diese Eigenschaft für unsere Vorfahren überlebenswichtig gewesen, so ist sie in unserer heutigen modernen Zeit leider etwas verkümmert. Und so müssen wir uns diese Fähigkeiten heute teilweise neu aneignen.

Gewaltprävention

Der Begriff Gewaltprävention selbst, umfasst alle institutionellen und personellen Maßnahmen zur Vorbeugung und auch Reduzierung von Gewalt. Wissenschaftlich gesehen wird dabei zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Gewaltprävention unterschieden. Die rein wissenschaftlichen Betrachtungen zu diesem Thema sind vielfältig. Wer Interesse hat kann sich u.a. unter http://www.praeventionstag.de umfassend informieren. Aber auch die jeweiligen Landespolizeidienststellen bieten viele Infos.

Wir verstehen unter Gewaltprävention vor allem auch:

Information und Aufklärung
Deeskalationstraining
Vermittlung von sozialer Kompetenz
Erkennen und Vermeiden von Gefahrensituationen

Tipps zur Vermeidung von Gewalt

Jeder Angriff hat seine eigene Dynamik und ist ganz individuell und somit auch immer anders. Insofern können die folgenden Tipps natürlich nur als Anregung zum Überdenken der eigenen Gewohnheiten dienen.

1) Immer noch am besten geht man Gewalt aus dem Weg, wenn man gar nicht da ist wo Gewalt droht zu entstehen. Klingt banal und ist leider auch nicht immer so einfach zu realisieren. Aber Stadtbekannte Treffpunkte gewaltbereiter Leute um Mitternacht aufzusuchen ist sicher vermeidbar.

2) In der Umwelt sollte man sich immer bewusst und aufmerksam bewegen. Das gilt besonders, wenn ich mich in einer mir unbekannten Gegend bewege. Die aufgesetzten Kopfhörer des Mp3-Players z.B. schränken meine Aufmerksamkeit stark ein. Auch gilt: Lieber helle Umwege als dunkle Abkürzungen

3) Im Notfall entschlossenes Handeln! - Heißt auch, in einer möglichen Gefahrensituation zuerst an die Folgen für einen selbst zu denken – nicht an die für den Angreifer!

4) Ruhiges Auftreten sowie lautes und deutliches sprechen vermitteln dem Angreifer die eigene Sicherheit und Stärke.

Im Ergebnis sollte aber jeder dringend versuchen, es überhaupt nicht zu konfliktgeladenen Situationen kommen zu lassen. Sollte es trotz aller Bemühungen jedoch trotzdem zu einer physischen Auseinandersetzung kommen, so sollte diese, unter Beachtung der rechtlichen Normen, mit äußerster Entschlossenheit geführt werden


Dienstag, 7. April 2009 - 14:59 Uhr
Was ist Allkampf-Jitsu?

Allkampf-Jitsu?

Allkampf-Jitsu ist ein Selbstverteidigungssystem, zusammengesetzt aus effektiven Elementen verschiedener Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo, Kung Fu und Jiu Jitsu. Dieses System wurde 1968 von Jakob Beck ins Leben gerufen und enthält heute ca. 265 verschiedene Hebel-, Wurf- und Schlagtechniken. Dazu kommen noch drei Kombinationsformen und 10 Einzelformen (Hyong), ähnlich der Kata im Karate. Der japanische Name für Allkampf ist Zen-Sen-Jitsu. Die Silbe Zen steht für „alles umfassend“, Sen für „Kampf“. Jitsu bedeutet „Kunst“ oder „Fertigkeit“. Zen-Sen-Jitsu heißt übersetzt also „alles umfassende Kampfkunst“ oder kurz "Allkampf".

Mit dem Wissen um diese alte chinesische Weisheit, ging mit der Gründung des Deutschen Allkampf Bund e.V. (DAB) im Jahr 1996, ein lang gehegter Wunsch für das DAN-Gremium (Helmut Lechner 7. DAN, Heinrich Magosch 7. DAN, Josef Mayer 6. DAN, Wilhelm Mayer 6. DAN, Reinhold Gruber 5. DAN Günter Sonner 5. DAN) in Erfüllung. Mit der Gründung wurde eine solide Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Allkampf - Systems gelegt und außerdem die Möglichkeit geschaffen, sportliche Vergleiche auf internationaler und nationaler Meisterschaftsbasis durchzuführen.

Der Verband hat heute Mitgliedsvereine aus dem gesamten Bundesgebiet. Durch seine engagierte Tätigkeit vor allem auch im Breitensport und hier im Kinder- und Jugendbereich, findet der DAB immer neue Anhänger und Unterstützer.

Die Idee ist, aus der Verschmelzung der wirkungsvollsten Techniken aus einer Reihe von Kampfsportarten ein effektives Selbstverteidigungssystem zu schaffen.
Der Schwerpunkt des Allkampf-jitsu ist die Selbstverteidigung. Der Schüler soll durch wiederholtes Üben bestimmter Angriffssituationen wie Würgen, Klammern, Messer- oder Stockangriffe in die Lage versetzt werden, sich gegen diese Angriffe zu wehren und den Angreifer möglichst effektiv außer Gefecht zu setzen. Außerdem ist das Allkampf-Konzept so aufgebaut, dass der Schüler schon von Anfang an Erfolgserlebnisse hat. Sein Selbstbewusstsein wird auf diese Weise gestärkt. Gleichzeitig sollen die Schüler durch Einhaltung der althergebrachten "Dojo"-Etikette mit dem in allen Budo-Sportarten vertretenen "Do" zu Disziplin und Selbstbeherrschung erzogen werden.

Von der Polizei ist Allkampf-Jitsu als Selbstverteidigungstechnik im Rahmen der dienstlichen Ausbildung übernommen worden.

Graduierungen:

Auch im Allkampf gibt es Graduierungen, die den Fortschritt des Schülers dokumentieren. Hier wird in die Schülergrade (Farbgurte) und Meistergrade (Schwarzgurte oder DAN) unterschieden.

Die Prüfungen für den nächsten Gürtelgrad sind festgelegt und bestehen aus Fallschule (Abrollen...), jeweils mindestens 10 Angriffssituationen (Griffe), Formen (Hjong, Kombinationen) und einem Bruchtest.

Deutsches Allkampf-Jitsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem für die Praxis des täglichen Lebens sowie klassische Kampfkunst in einem. Jede Verteidigungstechnik ist gegen mehrere Angriffsarten anwendbar, und durch beständiges Üben werden die Bewegungsabläufe automatisiert. In Kombinationen können die Techniken dann sinnvoll verbunden und in der freien Verteidigung gegen freie Angriffe als echte Selbstverteidigung angewendet werden. Bei dieser Methode wird bereits mit einer kleinen Auswahl von Verteidigungstechniken von Anfang an einen größtmöglichen Nutzeffekt durch variable Anwendung erzielt. Bestehende Konzepte werden kontinuierlich erweitert und optimiert, ohne sich an die Einschränkungen bestimmter Stile oder Philosophien zu halten.

Prinzip und Techniken:

Allkampf-Jitsu besteht aus folgenden Elementen:

Falltechniken
Bodenkampf
Abwehrtechniken
Atemitechniken (Schlag- und Trittechniken)
Wurftechniken
Hebeltechniken
Sicherungstechniken
Nothilfetechniken
Waffenabwehr
Transporttechniken
Nervendruckpunkttechniken

Gürtelgrade:
Der Gürtelgrad zeigt den Fortschritt einer Person im Allkampf-Jitsu an. Erworben wird der Gürtel durch Bestehen einer Prüfung oder durch Verleihung. Man unterscheidet gemeinhin in Schüler- (Kyu-) und Meister- (Dan-)Grade. Träger des 5. Dan oder höher werden auch als Großmeister bezeichnet.

Schülergrade (Kyu)

Prüfungen bis zum 1. Kyu werden im Verein durchgeführt. Die Prüfungen zum 1. Dan werden auf Landesebene durchgeführt.

Weiß
10. Grad Weiß-Gelb
9. Grad Gelb
8. Grad Orange
7. Grad Orange-Grün
6. Grad Grün
5. Grad Grün-Blau
4. Grad Blau
3. Grad Blau-Braun
2. Grad Braun
1. Grad Braun-Schwarz

Meistergrade (Dan)

1. Dan: Schwarzgurt
2. Dan: Schwarzgurt
3. Dan: Schwarzgurt
4. Dan: Schwarzgurt
5. Dan: Schwarzgurt
6. Dan: Schwarzgurt
7. Dan: Schwarzgurt
8. Dan: Schwarzgurt
9. Dan: Schwarzgurt
10. Dan: Schwarzgurt

Am Gürtelende können Streifen zur Unterscheidung der Dan-Grade getragen werden.

Inhalte von Allkampf-Jitsu:

Die wesentlichen Inhalte von Allkampf-Jitsu gliedern sich in 4 Grund-Disziplinen:

1.) Kombinationen/Formen
2.) Selbstverteidigungstechniken
3.) Allkampf-Jitsu Freikampf
4.) Bruchtest

Kombinationen/Formen

Im Kombinations- und Formenlauf kämpft der Ausübende gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, mit genau vorgegebenen Abwehr- und Angriffstechniken. Der Übende konzentriert sich dabei vollkommen auf die Fiktion. Mit ganzer Kraft und vorgesehener Technik wehrt er den oder die „Gegner“ ab, weicht ihnen aus und führt Gegenangriffe.

Selbstverteidigungstechniken

Der Bereich Selbstverteidigungstechniken bietet dem Übenden die Möglichkeit, sich auf einen möglichen Kampf vorzubereiten. Auf einen vorgegebenen Angriff erfolgt eine genau vorgegebene gezielte Abwehr- und Kontertechnik. Hierbei lernt man das Gefühl und die korrekte Ausführung der Technik. Im Vordergrund steht dabei immer die Beachtung der Notwehr und die Gesundheit des Trainingspartners. Anschlusstechniken, wie z.B. ein Fauststoß oder Fußkick nach oder während der Technik in Richtung des Gegners, soll keine Überschreitung der Notwehr darstellen, sondern die Kontrolle des Verteidigers über seinen eigenen Körper ausdrücken, ähnlich wie z. B. beim Ilbo Taeryon (1 Schritt Sparring) im Taekwondo.

Freikampf

Im Freikampf (in den wesentlichen Punkten ähnlich dem Ju-Jutsu-Kampf) werden alle Erfahrungen, Kenntnisse und Techniken, die der Übende im Allkampf-Training erlernt hat, angewendet. Verletzungen des Gegners, der ja auch Trainingspartner und Sportkamerad ist, sind durch konzentrierte und disziplinierte Kampfübungen in bestmöglicher Weise auszuschließen.

Bruchtest

Der Bruchtest wird im Allkampf-Jitsu selten trainiert, seine Ausführung und sein Gelingen sind der ultimative Maßstab für die Beherrschung der erlernten Techniken. Mit dem Bruchtest wird demonstriert, dass der Geist imstande ist, Materie zu überwinden. Er bedient sich lediglich des Körpers. Das kann nur mit Willensstärke, Entschlossenheit, Tatkraft, Ausführung und Durchsetzungsvermögen gelingen.

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